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Berlin

Jahrelang kannten Mieten und Kaufpreise in Berlin nur eine Richtung: steil nach oben. In den begehrten Vierteln ist dieser Trend ausgereizt. Nun rücken weniger prominente Kieze in den Blick.
Was für ein Ausblick: im Westen die Gründerzeithäuser von Friedrichshain und der Fernsehturm, im Osten die Plattenbauten von Lichtenberg und die Grünflächen des Treptower Parks. Julian Streletzki steht auf der 200 Quadratmeter großen Terrasse seines Penthouses auf der Halbinsel Stralau und ...

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Die besten Wohnlagen in Berlin

Berlin

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Beitrag
"Ein Test aus Berlin"
Bewertung

Gebäudezustand und Straßenbild:


Schlecht

Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln:


Keine Haltestelle in der Umgebung

Versorgungsnähe / Laden, Bäcker oder Schule im Umkreis:


Keine Geschäfte bzw. Schulen im näheren Umkreis

Soziales Umfeld (Leerstand, Kriminalität):




Grünflächen in der näheren Umgebung:




Lärm:




Geruchsemissionen:




erstellt am 04.03.2015

Liebling Wedding - Die besten Wohnlagen in Berlin

Jahrelang kannten Mieten und Kaufpreise in Berlin nur eine Richtung: steil nach oben. In den begehrten Vierteln ist dieser Trend ausgereizt. Nun rücken weniger prominente Kieze in den Blick.
Was für ein Ausblick: im Westen die Gründerzeithäuser von Friedrichshain und der Fernsehturm, im Osten die Plattenbauten von Lichtenberg und die Grünflächen des Treptower Parks. Julian Streletzki steht auf der 200 Quadratmeter großen Terrasse seines Penthouses auf der Halbinsel Stralau und lässt den Blick schweifen. Verständlich, dass sich der Geschäftsführer der Streletzki-Gruppe ein Apartment in dem von seinem Unternehmen entwickelten Wohnhochhaus namens Spreegold gesichert hat.

Traumhafte Aussichten, damit kennen sich Investoren und Eigentümer auf dem Berliner Wohnungsmarkt aus. Die Preise schossen in die Höhe. Allein im vergangenen Jahr legten die Mieten der in Inseraten angebotenen Wohnungen um 7,9 Prozent zu, rechneten Analysten von Jones Lang LaSalle (JLL) aus. Die Preise älterer Eigentumswohnungen erhöhten sich laut Forschungsinstitut Empirica seit 2008 pro Jahr um durchschnittlich neun Prozent.

Das wird nicht so weitergehen. Bestandsmieten, prognostiziert An­dré Adami vom Analysehaus Bulwiengesa, legten 2014 nur noch um zwei bis drei Prozent zu. „So rasant wie in den letzten zwei, drei Jahren werden Mieten und Preise nicht mehr steigen“, erwartet auch Corvin Tolle vom Maklerhaus Rohrer Immobilien. In ersten Stadtteilen scheint die Schmerzgrenze erreicht, etwa in Mitte. Wer allzu forsch ausgewürfelte Preise verlangt, wird seine Wohnungen nicht mehr los.

Dafür gibt es einen simplen Grund: Die Berliner können einfach nicht mehr. „Die Kaufkraft hier ist noch immer niedriger als in München und Hamburg“, sagt Thomas Groth von der Immobilienfirma Allod. Weil Preise und Mieten bereits deutlich gestiegen sind, haben Inter­essenten kaum mehr finanziellen Spielraum.

Dafür aber demnächst eine umso größere Auswahl: 2013 genehmigten die Behörden den Bau von 12.000 Wohneinheiten – mehr als das vom Berliner Senat gesetzte Ziel von jährlich 10.000. „Der Kunde wird bald aus einem breiten Angebot auswählen können“, sagt Nikolaus Ziegert, Chef von Ziegert Bank- und Immobilienconsulting.

Das gilt nicht nur für Eigentum: Mietwohnungen machen 40 Prozent der Neubauten aus. Der Senat hat angekündigt, dass er die Höhe von Neuvertragsmieten begrenzen wird, sobald der Bund dafür die gesetzliche Grundlage gelegt hat. Bei Bestandsmieten sind die Politiker bereits aktiv geworden: Mehr als 15 Prozent Anstieg innerhalb von drei Jahren sind verboten. „Viele Investoren denken deshalb darüber nach, Miet- in Eigentumswohnungen umzuwandeln“, sagt Roman Heidrich von JLL. Dieser Ausweg könnte bald versperrt sein: Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) will diese Umwandlung zumindest in Milieuschutzgebieten verhindern. Solche Schutzzonen weisen mehrere Innenstadtbezirke aus, um Mieter in besonders begehrten Wohnlagen vor Verdrängung zu schützen.

Wer in der Hauptstadt investieren will, sollte auch veränderte Wünsche von Mietern und Käufern beachten. „Der Trend geht zu kompakten, praktisch durchdachten Grundrissen“, sagt Helen Lindner, Research-Verantwortliche bei Ziegert Bank- und Immobilienconsulting. Der Grund dafür: Infolge der gestiegenen Preise müssen sich die Kunden bei der Wohnfläche einschränken. „Eine Dreizimmerwohnung sollte heute nicht mehr als etwa 80 Quadratmeter haben“, sagt Laurentius Hegeman vom Bauträger Kondor Wessels.

Außerdem geraten neue Lagen ins Blickfeld. Berlin ist bekannt dafür, dass einzelne Stadtteile schnell hip werden. „Zuerst war es Prenzlauer Berg, dann Friedrichshain und der als Kreuzkölln bekannte Teil von Neukölln“, erinnert Bulwiengesa-Experte Adami. Seine Prognose: Das nächste Gentrifizierungsgebiet wird Wedding/Moabit.

Inwieweit sich das Gefüge innerhalb der Stadt weiter verändern wird, bleibt offen – nicht nur wegen des neuen Flughafens in Schönefeld. „Ich wüsste nicht, wer in die Nähe des Flughafens ziehen sollte“, sagt JLL-Analyst Heidrich. Helmut Kunze, Regionsleiter Berlin-Brandenburg beim Projektentwickler NCC, widerspricht: „Der Flughafen macht diejenigen Gebiete im Südosten der Stadt attraktiver, die nicht direkt vom Fluglärm betroffen sind.“

Einig sind sich die Fachleute darin, dass der Berliner Wohnungsmarkt trotz allem attraktiv bleiben wird. Denn die Hauptstadt wächst. Allein im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der Berliner um 47.800. 2030 werden einer offiziellen Prognose zufolge 250.000 Menschen mehr in der Stadt leben als 2012. Auch wirtschaftlich zeigt der Pfeil nach oben. 2013 nahm die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent zu. Helmut Kunze von NCC sagt: „Berlin wird für Leute attraktiv, die gutes Geld verdienen.“

capital.de, 18.06.2014
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