Viele Orte in der Schweiz verwandeln sich außerhalb der Saison in Geisterstädte. Um das zu ändern, haben die Eidgenossen ein Gesetz beschlossen, das den Bau von Zweitwohnungen begrenzt. Wer kaufen will, sollte sich beeilen.
Bis vor Kurzem wusste kaum jemand in der Schweiz, wer Franz Weber ist. Das hat sich geändert. Dem passionierten Umweltschutzveteranen gelang es, die gesamte Immobilienbranche in helle Aufregung zu versetzen. Hausbesitzer und Immobilienprofis in den Schweizer Berggebieten sind zutiefst verunsichert. Denn der 85-Jährige hat das Volksbegehren „Schluss mit uferlosem Bau von Zweitwohnungen“ angestrengt. Und das mit Erfolg. Im März dieses Jahres wurde das Begehren überraschend mit einer hauchdünnen Mehrheit angenommen. Im Visier der Initiative stehen die „kalten Betten“ – ein Synonym für Häuser und Wohnungen, die von ihren Besitzern nur ein paar Wochen im Jahr genutzt werden.
Jetzt ist verfassungsrechtlich verankert, dass der Zweitwohnungsanteil in Schweizer Gemeinden höchstens 20 Prozent betragen darf. In praktisch allen bekannten Skiorten und Jetset-Destinationen der Schweizer Alpen liegt dieser Wert allerdings weit darüber. In Saint-Luc im Wallis und Laax in Graubünden bestehen mehr als 80 Prozent des Immobilienbestands aus Zweitwohnungen. In Sankt Moritz, Klosters und Arosa liegt die Quote um die 50 Prozent. Für solche Orte bedeutet die Bestimmung faktisch einen Baustopp für Zweitwohnungen.
„Allein von den 175 Gemeinden Graubündens sind 130 bis 140 betroffen“, schätzt Makler Thomas Wegmüller von RE/Max Collection in Klosters. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass Erstwohnsitze günstiger werden, während Zweitwohnungen sich wegen der Angebotsverknappung weiter verteuern.“
Wie immer steckt der Teufel im Detail. Bis zum März 2014 hat das Parlament Zeit, die Ausführungsbestimmungen gesetzlich festzuzurren. Es geht unter anderem um die Definition der Begriffe Erst- und Zweitwohnsitz, um die Anerkennung älterer Baubewilligungen und die verfassungsrechtlich geschützte Eigentumsgarantie für bestehende Zweitwohnungen.
Indirekt betroffen durch die Zweitwohnungsinitiative werden in Zukunft auch Nichtschweizer ...
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| Durchschnittspreise | Ferienhaus Kaufpreis | Ferienwohnung Kaufpreis pro qm | Capital-Urteil** | |||
| Sankt Moritz | 4.000.000 - 40.000.000 | ![]() | 5400 - 29.000 | ![]() | ![]() | |
| Gstaad | 1.000.000 - 35.000.000 | ![]() | 5000 - 36.000 | ![]() | ![]() | |
| Zermatt | 2.900.000 - 18.700.000 | ![]() | 5800 - 25.000 | ![]() | ![]() | |
| Klosters | 1.250.000 - 10.000.000 | ![]() | 6600 - 14.000 | ![]() | ![]() | |
| Davos | 700.000 - 8.400.000 | ![]() | 5400 - 14.000 | ![]() | ![]() | |
| Flims | 1.000.000 - 6.200.000 | ![]() | 7000 - 11.600 | ![]() | ![]() | |
| Arosa | 800.000 - 8.000.000 | ![]() | 5000 - 12.000 | ![]() | ![]() | |
| Falera | 800.000 - 6.000.000 | ![]() | 6000 - 11.600 | ![]() | ![]() | |
| Laax | 800.000 - 6.000.000 | ![]() | 6000 - 11.500 | ![]() | ![]() | |
Preisprognose für 12 Monate:
= mehr als +5%,
= +2 bis +5%,
= +2 bis -2%,
= -2 bis -5%,
= mehr als -5%.
(*kein ausreichendes Angebot; **Capital-Urteil: Ein Haus steht für "Finger weg",fünf Häuser stehen für ein "sehr attraktives Investment")




