Die Wirtschaft der einstigen Kohle- und Stahlmetropole schwächelt. Mit der Stadt geht es mehr und mehr bergab. Auf dem Wohnungsmarkt schlägt sich das nur teilweise nieder. In den besseren Vierteln sind die Preise sogar auf dem Weg nach oben.
Malocherimage, hohe Arbeitslosigkeit, Kaufkraft und Einkommensniveau weit unter dem Landesdurchschnitt, Abwanderung und Überalterung und dann auch noch das Love-Parade-Desaster im Juli 2010 und die peinliche Oberbürgermeisterabwahl im vergangenen Februar – Duisburg hat zuletzt vor allem durch Negativschlagzeilen von sich reden gemacht.
Dem Immobilienmarkt kann das nichts anhaben. Im Gegenteil. „Wer heute in Duisburgs Toplagen Wohneigentum kauft“, sagt Maklerin Vanessa Orts, „macht keinen Fehler.“ Die Wohnlagen im Villengebiet Kaiserberg, am Duisburger Innenhafen, in Baerl sowie im Süden der Ruhrgebietsstadt seien bei Käufern unverändert stark gefragt. Auch die Preise entwickelten sich stabil.
Das Vertrauen der Käufer in die sicheren, sprich werterhaltenden Lagen ist offenbar nicht zu erschüttern. Im vergangenen Jahr wechselten in Duisburg Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Baugrundstücke im Wert von 624 Mio. Euro den Besitzer. Die Summe übersteigt das 2010er-Ergebnis um 3,5 Prozent. Das ermittelte der örtliche Gutachterausschuss. Die Zahl der Kaufverträge stieg von 3179 auf 3426, ein Plus von 7,8 Prozent. „Mehr als stabil“ nennt ein Sprecher des Ausschusses die Entwicklung. Er verweist neben dem Umsatzplus auch auf den Rückgang bei den Zwangsversteigerungen.
Was die Statistik nicht zeigt: Der Markt ist zweigeteilt. Makler Axel Quester spricht von den „zwei Seiten des Duisburger Wohnungsmarkts, die sich immer weiter voneinander entfernen“.
Die frühere Stahl- und Kohlestadt war einmal sehr reich und verfügt durchaus über exzellente Wohnlagen. Den stabilen bis steigenden Kaufpreisen in diesem Luxussegment stehen rapide fallende Preise für einfache oder schlecht gelegene Eigentumswohnungen und Häuser gegenüber. Die Schere, so Quester, öffne sich weiter, die Preisskala sei inzwischen „nach unten offen“.
Auf der einen Seite die großzügigen, oft ...
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| Capital-Urteil** |



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