Viele Jahrzehnte waren die Produktionsgebäude von Milupa ein gewohnter Anblick für Bahnreisende, die aus Friedberg, Frankfurt oder dem Hintertaunus nach Friedrichsdorf fuhren. Damit ist es seit vorigem Herbst vorbei. Das stillgelegte Werk ist dem Bau eines Einkaufszentrums gewichen.
Das neue Taunus-Carré auf dem Milupa-Gelände soll im Oktober seine Ladentüren für das Weihnachtsgeschäft öffnen. „In Friedrichsdorf befinden wir uns seit rund drei Jahren in einem weitreichenden Stadtumbauprozess“, sagt der Makler Stephan Schlocker, der als Kommunalpolitiker auch dem städtischen Bauausschuss angehört.
Das Einkaufszentrum ist nur ein Teil des Umbaus: Über das Stadtgebiet verteilte Sportgelände und Schulen werden an zentralen Stellen zusammengelegt. Das alles schafft Raum für neue Wohn- und Dienstleistungsstandorte – und zwar nicht irgendwo am Rand des Ortes, sondern größtenteils in gut erschlossenen Wohnlagen.
An einem ehemaligen Schulstandort in der Spitzenlage Dillinger Hang sollen zahlreiche Wohnbaugrundstücke neu auf den Markt kommen. Ähnlich sieht es mit mehreren ehemaligen Sportarealen aus. Dort sind insgesamt 250 neue Wohneinheiten zu erwarten.
Mit inzwischen bis zu 3000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche in Bestlagen ist Friedrichsdorf längst nicht mehr günstig. Das schwächt die Nachfrage indes nicht ab. Dafür ist der Ort mit seinem ländlichen Umland und der guten Verkehrsanbindung an die Zentren des Rhein-Main-Gebiets zu attraktiv.

| Capital-Urteil** |


