Die 37.000-Einwohner-Gemeinde im Münchner Westen besticht nicht durch Schönheit. Wenngleich Germering in der Liste der teuersten Städte regelmäßig nur wenige Plätze hinter München steht, sind Immobilien hier noch erschwinglich. Die Preise haben im vergangenen Jahr zwar auch einen deutlichen Hüpfer nach oben gemacht, doch seitdem ist die Entwicklung eher ruhig. Insbesondere im oberen Preissegment gebe es keine Ausweichbewegung in die Umlandgemeinden, wenn Kaufwillige in München nichts finden würden, sagen Makler.
So bleibt Germering vor allem eine Schlafstadt für Familien der Mittelschicht. Ein großer Pluspunkt ist die gute Infrastruktur, insbesondere die zwei S-Bahn-Haltestellen, die den Ort für Pendler äußerst attraktiv machen. Schulen, Geschäfte und Sportvereine machen den Stadtteil für Familien beliebt. Der Gewerbeverband Germering beklagt, dass die Identifikation mit Germering schwach sei. Es entwickele sich kein Heimatgefühl, die Fluktuation sei hoch. Dennoch sind die Angebote derzeit knapp.
Einfache Reihenhäuser sind ab 300.000 Euro zu haben. Für Neubauten in besseren Lagen werden mittlerweile bis zu 530.000 Euro verlangt. Gebrauchte Doppelhaushälften kosten zwischen 400.000 und 600.000 Euro, wenn denn welche zu haben sind.
Früher machte es das üppige Angebot für Verkäufer schwierig, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Heute werden die geforderten Preise fast ohne Abschläge gezahlt.
Das gilt gleichermaßen für Wohnungen. Selbst für neue Wohnungen im stark befahrenen Zentrum werden über 3600 Euro je Quadratmeter verlangt. Die Preise sind im vergangenen Jahr selbst in den schlechteren Lagen um bis zu zehn Prozent gestiegen. Im Bestand ist unter 2000 Euro kaum noch etwas zu bekommen. Ob sich die Preise abseits der guten Lagen auf Dauer halten lassen, bezweifeln Makler.

| Capital-Urteil** |


