Den Immobilienmarkt der Stadt machen die Hannoveraner unter sich aus. Trotzdem boomt der Handel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Investoren von außerhalb in das Geschäft einsteigen.
Die Immobilie, wegen der Hannover jüngst in die Schlagzeilen geriet, kam nicht gut weg. „Klinkerhölle“ lästerte die Republik über das mühsam finanzierte Häuschen von Ex-Bundespräsidenten- bzw. Ex-Ministerpräsidentenpaar Wulff in Großburgwedel.
Nicht schön. Aber bezeichnend. Denn dass Wohnen in Hannover irgendeine Art von Reiz hat, wissen im Grunde nur die Hannoveraner. Am Rest der Republik ist das bislang vorbeigegangen. Die Leinemetropole ist ein klassischer B-Standort, den Immobilienmarkt machen die Einheimischen unter sich aus, trotzdem geht es heiß her.
Hausbau am Stadtrand und Ruhestand im Grünen waren gestern. Bei Familiengründung oder im höheren Alter raus aufs Land zu ziehen ist längst nicht mehr angesagt. Junge Leute, Doppelverdiener, Familien, Rentner – sie alle wollen in der Stadt wohnen. Und Singles sowieso, denn allein und in der Pampa, das wäre wohl kaum auszuhalten. „Die steigende Anzahl an Singlehaushalten heizt die Nachfrage weiter an“, bestätigt Timo Lietz von Planethome. Auf Hannovers Immobilienmarkt wird es eng.
Dummerweise wollen alle das Gleiche: Möglichst niedrige Nebenkosten, Komfort und Ausstattung sind nicht nur für ältere, sondern für alle Interessenten die wichtigsten Punkte, sie bestimmen die Nachfrage. In Sachen Lage sind nach wie vor die Stadtteilklassiker List, Oststadt, Südstadt und Zoo angesagt sowie das günstigere Linden und die Nordstadt. „Hannovers Immobilieninteressenten sind sich einig“, sagt Maria del Carmen Weber, Geschäftsführerin von Weber & Surmann Immobilien. „Und die Zielgruppe für den Stadtbereich ist groß.“ Das erschwert die Suche. Zumal noch in einem weiteren Punkt alle gleich denken: am liebsten kaufen. Gern für sich selbst, zunehmend aber auch als Kapitalanlage.
Das Kalkül scheint sinnvoll: Neuansiedlung und Ausbau verschiedener Unternehmen versprechen weiterhin geringe Arbeitslosenzahlen. Schon jetzt hat Hannover eine niedrige Leerstandsquote, die steigende Nachfrage ...
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| Capital-Urteil** |



Die Bewertung der Wohnlagen in Bemerode müsste einer gründlichen Revision unterzogen werden. So sind etwa die wenig ansehnlichen Wohnblocks hinter dem Rathausplatz zwischen Steinkampweg und Von-Gravemeyer -Weg wohl kaum eine "gute Wohnlage", sondern selbst bei wohlwollender Betrachtung allenfalls eine mittlere. Die nördlich der Angerstraße gelegene,von Einfamilienhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern geprägte Siedlung wird hingegen als "einfach" klassifiziert, was völlig bizarr ist. Es handelt sich zweifellos um eine gute Wohnlage.
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Weitere Meinungen zu diesem Beitrag
Diesem Beitrag kann man nur zustimmen! Eine völlig falsche Einstufung durch den Capital Immobilienkompass.
Meine Erfahrung bei Wohnlagenkarten ist, dass oft für die Einstufung entscheidend ist, ob es sich um sozialen Wohnungbau handelt. Soviel ich weiss, gibt es geförderte Wohnungen in Bemerode, vielleicht ist diese Gegend ja eine davon.
In Zusammenarbeit mit Maklern und Immobilien-Experten hat Capital vier Lagekategorien herausgearbeitet: top, gut, mittel und einfach. Grundlage jeder Bewertung sind die Erhebungen der Autoren vor Ort sowie Bodenrichtwerte, Einkommensindizes und andere statistische Auswertungen. Wie die Preistabelle einer Stadt zeigt, sind Toplagen die teuersten Wohngegenden einer Stadt, z.B. häufig Villengegenden oder Wasserlagen, während in mittleren oder einfachen Lagen oft Mehrfamilien- oder auch Hochhäuser zu finden sind. Vereinfacht gesagt, geben die vier Lagekategorien (top, gut, mittel, einfach) an, wie viel die dort typischen (!) Eigenheime oder Wohnungen (Kauf/Miete) kosten. Die teuerste Wohnlage wurde als Toplage definiert, die günstigsten Immobilien gibt es in der einfachen Lage. Es ist daher nicht allein entscheidend, ob es sich um sozialen Wohnungsbau handelt. Ob Lage, Bausubstanz oder Infrastruktur – all diese Faktoren nehmen auf den Preis einer Immobilie Einfluss und wurden bei der Recherche berücksichtigt. Es kann innerhalb einer Wohnlage Ausreißer geben, die von der Lagebewertung abweichen, wenn sie nicht typisch für die Gegend sind. Anm. d. Redaktion Capital Immobilien-Kompass