„Das wird ein Selbstläufer“, antwortet Schönefelds Bürgermeister Udo Haase auf die Frage, wie sich der Wohnungsmarkt in seiner Gemeinde entwickeln wird. Der neue Flughafen werde die Nachfrage nach Wohnungen in die Höhe treiben, sodass die Einwohnerzahl von heute 14.000 in 20 Jahren auf 35.000 steigen werde.
Dabei ist Schönefeld schon in den vergangenen Jahren stark gewachsen: Seit der Wende hat sich die Einwohnerzahl fast verdreifacht. Noch immer aber ist viel Platz in der weitläufigen Gemeinde. Als Schwerpunkte der künftigen Bautätigkeit legt der Flächennutzungsplan neben dem Kern von Schönefeld auch Großziethen und Rotberg-Süd fest.
Allein in der sogenannten Flughafenstadt an der Rudower Chaussee und der Hans-Grade-Allee warten zehn Hektar erschlossener Baufelder – auf einem davon könnten 300 Wohnungen Platz finden.
Noch aber halten sich Projektentwickler und Investoren zurück. Das dürfte mit den schlechten Erfahrungen zu tun haben, die sie in den Jahren nach der Wende gemacht haben. Damals gab es Preisvorstellungen, die aus heutiger Sicht völlig überzogen wirken, wie Corvin Tolle vom Maklerunternehmen Rohrer Immobilien berichtet.
Im Euro-Wohnpark verkaufte sein Unternehmen damals Wohnungen für umgerechnet rund 2400 Euro pro Quadratmeter; im Wiederverkauf sind dafür heute bestenfalls 1400 Euro zu erzielen. Und als realistische Miete wurden den Wohnungskäufern 1994 umgerechnet an die 10 Euro pro Quadratmeter in Aussicht gestellt – 18 Jahre später werden nur selten mehr als 7,50 Euro bezahlt.

| Capital-Urteil** |


